Zeitarbeit - wie alles begann

1948

Zwei Anwälte in den USA sind auf der Suche nach einer Vertretung für ihre erkrankte Sekretärin und stellen fest, dass es auch in anderen Unternehmen zeitweise Personalengpässe gibt. Im selben Jahr gründen sie das weltweit erste Unternehmen für Arbeitskräfteüberlassung, das bis heute weltweit tätig ist.

 

1956

 In Paris und London eröffnen die ersten Zeitarbeitsbüros Europas.

 

1967

In einem Musterprozess in Karlsruhe erklärt das Bundesverfassungsgericht das staatliche Arbeitsvermittlungsmonopol auf die gewerbsmäßige Arbeitnehmerüberlassung für verfassungswidrig, womit die Arbeitskräfteüberlassung durch Private legal wird.

 

1982

In Deutschland wird in Betrieben des Baugewerbes die gewerbsmäßige Arbeitnehmerüberlassung für Arbeiten, die üblicherweise von Arbeitern verrichtet werden, verboten.

 

1988

In Österreich tritt das Arbeitskräfteüberlassungsgesetz AÜG in Kraft.

 

1997

Durch die Reform des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes wird die maximale Überlassungsdauer in Deutschland von neun auf zwölf Monate erhöht.

 

2002

In Österreich tritt der europaweite erste Kollektivvertrag für ZeitarbeiterInnen in Kraft.

 

2008

Die EU-Zeitarbeitsrichtlinie tritt in Kraft, die bis 2011 in allen EU-Ländern umgesetzt werden musste. Als Vorbild diente das österreichische Arbeitskräfteüberlassungsgesetz, das eines der fortschrittlichsten Europas ist.

 


Die Zeitarbeit kurz und bündig erklärt

Dreiecksverhältnis zwischen Überlasser, Beschäftiger und ArbeitnehmerIn

Zeitarbeiter/Innen gehen mit einem Arbeitskräfteüberlasser - dem Zeitarbeitsunternehmen - einen in der Regel unbefristeten Dienstvertrag ein. Dieses überlässt den/die Arbeitnehmer/In im Rahmen eines Überlassungsvertrages und in der Regel gegen Vergütung eines Stundensatzes pro Anwesenheitsstunde einem Beschäftigerunternehmen. Der Beschäftiger des Zeitarbeitnehmers ist also Kunde des Arbeitskräfteüberlassers.

 

Zwischen dem Beschäftigerunternehmen und den Zeitarbeiter/Innnen besteht kein Vertrag, die ZeitarbeiterInnen unterliegen aber den fachlichen und organisatorischen Weisungen des Beschäftigerunternehmens und sind zur Gänze darin eingegliedert. Den Arbeitsvertrag schließt der Arbeitskräfteüberlasser ab, er ist auch für die Auszahlung des Entgelts sowie für Ermittlung und Abfuhr der Steuern und Sozialversicherungsbeiträge zuständig.


Heimische Unternehmen, die gesamte Wirtschaft und der Arbeitsmarkt profitieren

Die Zeitarbeit bietet über 70.000 Menschen in Österreich einen Arbeitsplatz. Der Anteil von überlassenen Arbeitskräften, gemessen an allen unselbstständig Beschäftigten, liegt in ganz Österreich bei 2,2%, in OÖ als einem der größten Industriestandorte des Landes sogar bei 3,6%. Das nachhaltige Beschäftigungswachstum und die niedrige Arbeitslosigkeit in unserem Bundesland sind unter anderem den hohen Zeitarbeitszahlen zu verdanken. Ein Drittel aller österreichischen ZeitarbeitsnehmerInnen waren 2014 bei rund 400 oberösterreichischen Arbeitskräfteüberlassern beschäftigt. Davon kamen lt. einer Studie des Verbands Zeitarbeit und Arbeitsvermittlung (VZa) 41% aus der Arbeitslosigkeit, für 52% stellt die Zeitarbeit ein Sprungbrett in die Fixanstellung dar.

 

"Zeitarbeit bringt mehr Menschen in die Arbeit und stärkt nicht nur die oberösterreichische Wirtschaft, sondern trägt auch zu einer nachhaltig funktionierenden Gesellschaft bei."

Hermann Danner


Gesetzliche Bestimmungen & Equal Treatment

In Österreich gibt es seit 1988 ein Arbeitskräfteüberlassungsgesetz (AÜG) und seit 2002 einen Kollektivvertrag für ZeitarbeitnehmerInnern. Seit der Novellierung des AÜG Anfang 2013 gelten noch strengere Bestimmungen. Das Entgelt der DienstnehmerInnen richtet sich nach den kollektivvertraglichen Bestimmungen der Beschäftigerbranche. Es gilt der Grundsatz des "Equal Treatment" - das heißt, ZeitarbeitnehmerInnen sind dem Stammpersonal eines Unternehmens rechtlich gleichgestellt. Das österreichische AÜG ist eines der fortschrittlichsten und gleichzeitig strengsten Europas.